landkarte_australien

Der Sinn des Reisens besteht darin, die Vorstellung mit der Wirklichkeit auszugleichen, und anstatt zu denken, wie die Dinge sein koennten, sie so zu sehen, wie sie sind.

Samuel Johnson

Bevor ich mein Zuhause verliess vor neun Monaten, fragten mich viele, oder ich selber fragte mich, wozu und wofuer ich eigentlich reisen wollte. was macht das auch fuer einen sinn? ich verliere ein jahr kostbarer jugend, in dem ich haette so viel studieren, freiwillige arbeit haette leisten, oder auch im familienunternehmen unterstuetztend haette arbeiten koennen. aber ich entschied mich fuer das reisen. eine reise nach australien und neuseeland, fuer manche ein unglaublich sinnlos verschwendetes, unproduktives jahr. ich war verunsichert; ich verteidigte mich mit der aussage, ich brauche noch zeit um herrauszufinden, was ich wollte in meinem leben, obwohl, wenn ich es ehrlich bedachte, noch nicht einmal genau wusste, was dies eigentlich meinte. die aussage glich eher den bekannten aussagen, die man eben so hoert, das sagen viele, wenn sie ein „unbeschaeftigtes“ jahr nach ihrem schulabschluss nehmen. konnte ich wirklich beim verrichten sogenannter „niedriger arbeit“ auf den feldern australiens meine bestimmung finden?

ich kann sie immer noch nicht benennen, meine sogenannte bestimmung, ich glaube nur eine leise ahnung bekommen zu haben von dem wer ich bin, und was ich will; unter anderem auch dank der arbeit auf dem feld…

zu dem „verlorenen jahr“ kann ich nur sagen, dass es fuer mich keineswegs verloren scheint, eher ein dreifacher gewinn. ich hatte die moeglichkeit, ein jahr kostbarer erfahrung als auslaender in einem fremden land zu reisen, zu arbeiten und einfach zu leben. zu hause kann ich mich an ein leben mit relativ geregeltem ablauf erinnern, von der schule bestimmt, seit der kindheit dreizehn jahre ungefaehr wissend, was einen jeden tag erwarten kann, gegen ende immer mehr und mehr die grosse freiheit ersehnend und deshalb vielleicht auch gleich das andere ende der welt zum reisen ausgewaehlt. ich habe beeindruckende landschaften gesehen, inspirierende leute gtroffen, grossartige persoenlichkeiten erlebt, ueber mich selbst was erfahren, arbeitserfahrung sammeln koennen und rausgefunden, dass es nicht immer warm ist in australien. ich will nicht damit sagen, dass neun monate eine lange zeit ist, nein ueberhaupt nicht, oder dass ich weise geworden waere und vorstellung mit wirklichkeit komplett ausgleichen kann, aber ich hatte die chance, ein selbstgefuehrtes, selbstbestimmtes leben zu erleben, mein leben, mit dem ich anstellen kann, was immer mir in meiner fantasie vorschwebt. ich weiss nicht, ob das anderen leuten so bewusst ist, oder ob ich einfach nur etwas langsam bin, aber mir kam es doch recht schockierend vor, als mir auffiel, dass ich nicht sagen kann, oder auch das recht haette zu sagen:“ich haette so gern das leben meines freundes so-und-so. der reist so viel, der engagiert sich so viel fuer die umwelt, fuer politisches, der ist ein toller aktiver, denkender mensch.“ nein, wir alle haben die gleiche „grundausruestung“, zwar mit unterschiedlichen gegebenheiten und vielleicht moeglichkeiten oder starthilfen, jedoch liegt es an uns was wir daraus machen. ich traf einen witzigen, symphatischen japaner, der wenig schlief, freiwillige arbeit im australischen busch verrichtete, wenn er ins hostel kam mit allem eifer mandarin zu lernen und als ich ihm sagte, dass ich mir seltsam vorkaeme, wenn ich mich und ihn vergleiche, irgendwie nutzlos und unbeschaeftigt, da sagte er mit einem schulterzucken:“it’s your choice“.

jetzt muss ich leider einen krassen themenwechsel einlegen; dieser blog ist schliesslich dafuer da von reisen zu berichten und nicht von meinen sonstigen gedanken, wobei es mir fast keine andere moeglichkeit bleibt erzaehlungen von reisen und gedanken zu kombinieren, da es speziell gegen ende fast nicht mehr auseinander windbar ist, ich stehe wieder am anfang vor einem grossen wechsel, die „complete deleat“ taste ist tief gedrueckt und die platte leer.

aber davor muss ich noch erzaehlen was nach ostern geschah.

das pirates also, fuer mich wohl auf ewig ein platz, wo man nur gutes erleben kann:) wir hatten eine verrueckte zeit mit schweden, die als sie gingen mein herz im kofferraum mitnahmen, eine gute zeit mit alten freunden, die trotz veraenderungen immer noch die alten waren, was beruhigend war zu wissen, heimatsgefuehle erweckende momente, als wir am strand lagen und die letzten sonnenstrahlen vor dem herbst einsogen, durch den allwoechentlichen markt liefen und die sonntag nachmittag one-dollar-one-dollar schnaeppchen ergatterten und im hinterhof auf der swing- schaukel  baumelten. doch irgendwann kam die erinnerung wieder, dass ich zu einem bestimmten zeitpunkt in adelaide sein musste, da meine mari endlich einfliegen wuerde.

also mieteten wir, vier abenteuerliche deutsch, uns ein auto und fuhren durch die weltbekannte weingegend „margaret river“, auf dem weg nach sueden, wo es immer kaelter wurde. ich wollte nicht mit dem flugzeug nach adelaide, da ich die nullabor wueste, die auf dem landweg von perth nach adelaide liegt, sehen und ueberqueren wollte. meine deutschen freunde wollten nur fuer wenige tage einen ausflug in den sueden machen und danach wieder perth zurueckkehren, konnten mich aber im sueden aussteigen lassen, sodass ich mitfahrgelegenheiten weiter in richtung adelaide finden konnte. auf dem weg sahen wir das wohl gewaltigste meer ueberhaupt, meterhohe wellen und obendrauf  lebensmuede surfer. mit einigen „winetastings“ gestaerkt liess sich auch der 60meter hohe riesen baum besser erklimmen, bei dem die australischen ranger es wohl nicht fuer notwendig ersahen, naehere sicherheitsvorherkehrungen zu trffen, und die besuchen ihn einfach besteigen zu lassen, auf einer metall leiter, die sich wie eine wendeltreppe ohne gelaender um den stamm nach oben wand. wri verbrachten die regnerischen abende auf campingplaetzen in unserem auto, alle vier zusammengequetscht im kleinen golf, karten spielend und den guten wein kostend, den wir auf der fahrt ergattert hatten.

nach ein paar tagen stieg ich in albany, einem kleinen 25.000 seelen staedtchen aus und meine freunde fuhren weiter gen pirates. haette ich wissen koennen, welch verwirrende zeit auf mich hier wartete, haette ich wohl dreimal ueberlegt, ob ich nicht doch dem am horizont verschwimmenden auto hinterher haette rennen sollen. aber ich blieb und es war gut so.

kurz zusammen gefasst traf  ich zwei russland deutsche, die versuchten mein russisch aufzubessern und sich sehr russisch verhielten, indem sie mich all ihren freunden vorstellten, alles mit mir teilten und wir sozusagen in kuerzester zeit drei musketiere wurden. ich fuehlte mich an die zeit in der neunten klasse erinnert, als wir nach viernheim fuhren und eigentlich nur rumhingen. der unterschied war, dass wir uns in australien befanden und dass die jungs eine aeusserst nette, verrueckte, des oefteren im psychedelischen geisteszustand befindende, ausgelassene und auf mich faszinierende homosexuelle clique kennengelernt hatten, und wir nach einem tag und auf der couch des einen freundes wohnend wiederfanden. jeder der jungs hatte fuer mich etwas ganz besonderes, eine neue welt oeffnete sich mir und manchmal kam ich mir vor wie alice im wunderland, mit offenem mund durch eine neue umgebung laufend, kaum begreifend, was sie sieht. angus.

in albany besteht eigentlich keine moeglichkeit weg zu kommen, ausser man besitzt unmengen an geld, die man fuer zug oder busfahrten ausgeben moechte. da dies nicht der fall war, hatte ich keine andere moeglichkeit, als auf eine mitfahrgelegenheit zu warten, wobei ich hoerte, dass da schon manch einer  enttaeuscht wurde, da weit und breit niemand durch albany zu fahren schien oder es zu verlassen.eines morgens, ich war fast verzweifelt, traf ich einen kanadischen koch, der mir den beliebten satz „no worries“ ganz neu erklaerte, wir zum entspannen fischen gingen, filme schauten, speisten wie die koenige und als alles vorbei war ich am naechsten tag aufwachte und wie ein wunder eine mitfahrgelegenheit, wenn auch nur fuer 500km, mit einer schwarz gelockten israelin, der liebenswerten adva, meiner sis, fand, in windeseile meine sieben sachen packte und ab ging die post. obwohl die post hoffentlich sichere fahrer beschaeftigt als die liebe adva… wir fuhren nach esperance, was nahe vor der nullarbor wueste liegt, und nach zwei tagen, die ich das aller erste mal etwas krank im bett verbrachte, nahmen mich zwei franzoesinnen in ihrem schnuckeligen camper mit nach adelaide.

fuenf tage durchfahren; aufstehen in der frueh, fahren als wollte man den horizont erreichen, provisorisch kochen, ins bett fallen und schlafen.

wieder in adelaide angekommen, war ich froh noch einige der japaner und taiwanesen vorzufinden, die einige wochen vorher auch schon da gewesen waren. freundlich wurde ich mit einem becher wein und selbstgedrehten zigaretten empfangen. und nach zwei tagen warten konnte ich endlich zum flughafen fahren und die mari abholen. ein seltsames gefuehl, eine freundin neun monate nicht zu sehen und ploetzlich vor sich stehen zu haben. die welt von zuhause mitgebracht in die kleine welt von australien.

wir verbrachten einen tag nur mit reden, reden, reden und leckerem essen kochen mit unseren taiwanesischen freunden. fuer den naechsten tag schon hatten wir eine tour gebucht nach kangoroo island, mit seiner atemberaubenden landschaft, tierwelt mit seeloewen, kangaroos, aller arten von voegeln, koalas und pinguinen, und der abenteuerlichen schifffahrt. fuer die ca. drei wochen, die wir zusammen hatten, hatten wir geplant ein auto zu mieten und langsam an der kueste von adelaide, ueber melbourne und die hauptstadt canberra nach sydney zu cruisen. so weit, so gut, jetzt sind wir in sydney und verbringen unsere letzten zwei tage! soeben hab ich realisiert was das bedeutet und muss das jetzt leider noch geniessen, schreibe aber wann anders ueber die letztenzwei wochen.hilfe, die zeit rennt!

Ich schaue verschlafen auf die Uhr neben meinem Bett; es ist vier Uhr morgens in der früh und neben mir packt ein Koreaner seine Sachen, um zur Arbeit zu gehen. In ein paar Minuten wird es auch für mich Zeit sein mich aufzuraffen und mich auf einen langen und anstrengenden Arbeitstag vorzubereiten. Doch noch habe ich ein Weilchen Zeit um zu realisieren, wo ich mich gerade befinde, und was die letzen Tage so schnell und wie im Flug geschehen ist.
Als ich mit dem Flugzeug in Melbourne ankam, kam ich eigentlich mit dem Vorhaben, ein schönes Zuhause zu suchen, sowie einen Job und noch einmal für ein paar Wochen ein sässiges Leben zu führen wie in Fremantle zu Beginn der Reise.
Doch es sollte alles anders kommen, denn Melbourne war alles andere als wie vorher von allen prophezeit wunderschön und toll; ich zumindest hatte das Gefühl, gleich in diesen Menschenmassen erdrückt zu werden wenn ich noch längere Zeit dort verbringen würde. Alles war anonym, im Hostel unmöglich Leute kennen zu lernen, jeder nur damit beschäftigt, sich in der Stadt mit Kommerzen einzudecken. Das mag negativ klingen, aber nach der Zeit in Neuseeland, man kann schon fast sagen „ausgeklingt“ aus der Gesellschaft mit den gewöhnlichen Werten wie einem guten Bett in einem schönen Haus, fühlte ich keinen Drang mehr, mir die neuesten Klamotten zu beschaffen und mich flirtend durch die Hochhäuser zu bewegen. Also zog ich nach einer Nacht im Stadtzentrum um ins Strandviertel St. Gilda, wo ich mir ein kleines Fremantle Gefühl erhoffte; glaube ich zumindest…
St. Gilda ist recht schön, es gibt viele kleine Kaffees, vegetarische Restaurants und der Strand ist nie weit. Ein langer Steg führt ins Meer hinaus und den ganzen Tag stehen dort Angler und versuchen ihr Glück. Am Nachmittag, fast schon Abend, ging ich ins Internet Cafe und kam irgendwie auf die Idee, nach Adelaide weiterzuziehen. Ich überlegte, ob ich Melbourne noch einige Tage die Chance geben sollte, sich von einer besseren Seite zu zeigen, doch dann siegte das Argument dass das Leben zu kurz ist um sich zu quälen und zu beschweren, reisen sollte die Möglichkeit geben, flexibel, spontan und glücklich zu sein. Wenn es an einem Ort nicht gefällt, dann ist er wohl nicht dafür bestimmt sich dort aufzuhalten. Es gibt so viele schöne Plätze, und da macht es doch keinen Sinn, sich an einem aufzuhalten, an dem man sich nicht wohlfühlt, oder??
Also buchte ich einen Bus gleich für den nächsten Morgen nach Adelaide. Die Fahrt lange aber unterhaltsam. Ein Mitreisender war Andree, der um die fünfzig jährige, tattoowierte , seit vierzig Jahren in Australien lebende Deutsche, pures Gras Rauchende, weil er meint Taback wäre schlecht für ihn, in einer Band spielende Songwriter, hart aussehend, aber wenn man seine Texte liest, meint, ihm mitfühlend auf die Schulter klopfen zu müssen, da sich in seinem Kopf alles um verlorene Lieben und starke Gefühle dreht. Ja, das ist Andree, aber ich konnte ihm nicht sagen wie sehr der Unterschied zwischen seinem Aussehen und seinem Innern ist und bekam nur ein „Wow, you´re a songwriter“ raus… „Metall“ war übrigens die Musikrichtung, die er und seine Band spielten.
Ein anderer Passagier mit dem ich Bekanntschaft machte, war der japanische Kazu, der lange bequeme asiatische Fischermannhosen trug und immer nervös mit seinem Lippenpiercing spielt, braungebrannt und stets darum bemüht sich im englischen verständlich auszudrücken und nach einem Statement immer mit so weit es geht grossen Augen mitfühlend fragte :“You understand??“
Doch von der lustige Natur der Japaner und Koreaner sollte ich in den nächsten Wochen noch mehr bekommen, da ich mich am Ende der Busfahrt entschied, mit Kazu in ein Hostel zu kommen, das um die 90% von Asiaten bewohnt und preisgünstig ist, anstatt das überaus reizende Angebot Andrees anzunehmen, in seiner Hütte zu wohnen, mit dem kleinen Kräutergarten im Hinterhof. Wir versprachen uns aber „in touch“ zu bleiben…
Wir kamen Abends in der Dunkelheit in Adelaide an, es war noch sehr heiss vom Tag was schon einmal einen symphatischeren ersten Eindruck machte als Melbourne. Der Besitzer holte uns vom Busbahnhof ab und die erste Frage war, ob wir morgen arbeiten wollten; Kazu wollte nicht, ich aber wollte und so hatte ich nach ein paar Minuten alles, was ich brauchte; Arbeit, ein zwar abgegammeltes aber cooles Hostel und Freunde. Adelaide war von Anfang an freundlich zu mir!

(Kurzer Einwurf: hier wird grade „cat empire“ gespielt; wenn ihr die Möglichkeit habt, hörts euch mal an! Ich sitze auf dem Sofa, Labtop auf dem Bauch und meine beiden grossen Zehen wippen enthusiastisch zur Musik. You cant stop moving, baby!!)

Zurück mit den Gedanken im Bett um inzwischen halb fünf Uhr morgens…
Nichts von der Stadt in der ich geschlafen hab bisher gesehen, ausser ein paar dunklen Strassen die ich am Abend noch versucht hatte zu erkunden, nach wenigen Minuten aber so vollkommen verwirrt und verirrt war sodass ich aufgab und es für schlauer glaubte, in das Hostel zurückzukehren, in dem man sich beim ersten Betreten mit der schäbigen Einrichtung wie in einem Flüchtlingslager fühlt; vielleicht einem Luxus Flüchtlingslager, but still…
Verschlafen also schaue ich erneut auf die Uhr, verschlafen auch raffe ich mich auf und putze mir die Zähne; fürs Frühstück ist keine Zeit. Unser kambodschanische Arbeitgeber steht schon hupend und mit einem Gesicht, von dem man nur lesen kann: „rein ins Auto schnell sonst werd ich sehr wütend“ vor der Tür. Ich fühle mich wie ein polnischer Spargelstecher, wir sollen husch husch schnell ins Auto, keiner kennt des anderen Namen, um die zwanzig dunkle Gestalten verteilen sich in zwei Fiats und ab geht die Post; im Dunkeln verlassen wir die Stadt, in vollgepackten Gefährten, Leute auf dem Dach sitzend, clandestina, in Richtung der Weinberge.
Einige unglaubliche Arbeitstage folgen, und auch wenn man nicht viel Geld bekommt bei der Traubenernte, würde ich es doch immer wieder machen, allein dieser Erfahrung wegen.
Wir verlassen jeden Tag die Stadt vor Sonnenaufgang, ernten Trauben ohne zu wissen wann die nächste Pause ist in einem Tempo als ginge es um unser Leben, fahren irgendwann wenn die Hitze langsam nachlässt zurück in Richtung Stadt, fallen erschöpft aufs Bett und bis wir uns geduscht und einen Bissen gegessen haben, ist es wieder dunkel, der Supermarkt hat geschlossen und wieder ist ein Tag vergangen, an dem ich in einer Stadt schlafe, die ich nicht kenne. Trotzdem war ich in diesen Tagen glücklich und guter Laune wie schon lange nicht mehr.
Die Weinberge liegen wunderschön irgendwo im Inland Australiens, wir sehen jeden Tag den Sonnenaufgang über den Hügeln, sehen, wie sich langsam das Licht verändert, der Nebel von der Sonne getrocknet wird und genau dann ist der Moment, wenn wir anfangen zu arbeiten. Der schönste Morgen war, als es nieselte. Wir standen auf den Hügeln, schnitten die ersten Trauben und langsam kam die Sonne. Nach einer Weile erschien ein Regenbogen, wie ich ihn noch nie vorher gesehen hatte; klar, alle Farben, von einem Horizont zum anderen, so riesengross.
Aber nicht nur die Landschaft beeindruckte mich; am ersten Tag arbeiteten wir mit indischen Studenten zusammen und ich hatte gen Nachmittag eine meiner witzigsten Unterhaltungen.
Den Studenten schien langweilig zu sein, die Sonne brannte, die Arbeit war anstrengend, wir hatten kein Wasser mehr, und so entschieden sie sich, die Situation mit ihrer Lieblingsmusik zu versüssen. Harte Kerle, immer am flirten, selbst beim Traubenpflücken in Hemd mit Kragen, bewusste dass der Mann das wichtigere Lebewesen ist, erklang aus ihren Handys klagendes, wimmerndes, von Liebe erzählendes Geheul. Man kennt diese Musik aus den Bollywood Filmen, die immer das selbe Genre haben; Herzschmerz, Heirat und Helden. Ich stand in den Reben und dachte mir einmal mehr, wie schön es ist, andere Kultur und Sitten kennenzulernen…
Als sich ein Inder gedachte, mit dröhnendem Handy zu mir zu gesellen und zu flirten, war es entgültig genug; aus Verzweiflung und in der Hoffnung, er würde doch endlich die schon Schmerz verursachende Lautstärke dämmen, begann ich ihm Fragen zu stellen. Folgenden Dialog ereignete sich.

Ich: do you like this music?
Inder: yes, I love. Its very much emotional.
Ich: what are the lyrics about?
Inder: Love.
Ich: do you listen to english music sometimes as well?
Inder: yes, sometimes I like.
Ich: so what kind? 50 cent? Rihanna?
Inder: mhhhh…. I like Britney Spears, Celine Dion and Enrique Iglesias of course very much. Yes I like them. Very good music!

Innerlich vor Lachen fast platzend konnte ich nur verständnisvoll nicken und mir denken: „Ja, es gibt verschiedene Kulturen und Geschmäcker in dieser Welt”…

Die anderen Tage arbeiteten wir mit der gesamten kambodschanischen Familie unseres Arbeitgebers zusammen; eine Sippe von weiss-ich-nicht-wievielen Leuten, ich bin mir nur sicher, dass in ganz Deutschland keine so grosse Familie existiert. Unter vielen anderen Geschichten erzählten sie uns von ihrem Heimatdorf in Kambodscha, in dem man aber aufpassen müsse, mit wem man schlafe, da es sich am Ende um die eigene Cousine handeln könne. Ein lustiges und redseliges Völkchen ist das, den ganzen Tag am Plappern, nie ein einziges Minütchen Stille oder Erbarmen.

Die Ernte dauerte nur ein paar Tage, danach war ich wieder arbeitslos. Also hatte ich genügend Zeit, die Japanischen Gewohnheiten in meinem Hostel zu erforschen.
Ich traf den ersten Japaner in meinem Alter, Hiro alias Alfie, und modebewusste Koreaner, selbstbewusste Hong Konganer, zarte Japaner, etwas weniger zarte Taiwanesen und langsam schwanden meine asiatischen Stereotypen, die sich über die Jahre durch die asiatischen Touristen im heimischen Heidelberg entwickelt hatten. Mein letztes Vorurteil, nämlich dass Japaner alles andere als anders sind, schwand abrupt, als ich eines Tages nach Hause kam und das zarteste aller Japanischer Frauen an einem Tisch sitzen sah, vor ihr eine riesige Pizza und ein Bier in der Hand, ein scheues freundliches lächeln als ich vorbeilief und „guten Appetit“ wünschte. Wow.
In den zwei Wochen die ich dort blieb, lernte ich viel über asiatisches Essen, von dem es immer zur Genüge gab, über Japan, von dem mir Alfie erzählte, weil er der Meinung war, ich müsste mein nächstes Travel&Work Visa in Japan beantragen, und manchmal war ich immer noch so überrascht wie unscheinbar manche Asiaten aussehen und nach einer Unterhaltung sich zum Beispiel herausstellt, dass sie Teile der Welt, also Europa und Asiaten mit dem Fahrrad bereist haben, alles mit eigener Kraft und ohne Hilfsmittel.
An meinem letzen Abend machten wir alle zusammen Sushi und als Nachtisch gab es Eis; ein perfekter Mix der asiatischen und westlichen Kultur.

Und jetzt darf jeder drei mal raten wo ich bin. Ich hatte es mir seit ich diesen Ort verlassen hatte unzählige male überlegt, zurück zu kommen, habe es immer als meinen Lieblingsort angegeben und wohl tausendmal davon geschrieben.
Ich bin wieder ein Pirat!!
Irgendwann ich Adelaide entschied ich mich einen Flug nach Perth zu buchen und wurde nur bestätigt als ich hörte, wie viele Leute vom letzen Mal noch oder wieder hier sind. Und tatsächlich fühlte es sich so an, als würde ich in ein Zuhause zurückkommen. Eigentlich wollte ich nur eine Woche bleiben, das war letzen Freitag…
Inzwischen sind zwar alle aus dem Hostel in verschiedene WG`s gezogen, die Veränderung bietet aber nur Platz für neues und ich habe einfach mein Herz in Fremantle verloren.
Im Moment findet hier ein „Street Art“ Festival statt, die Tage über Ostern, und ich könnte den ganzen Tag damit verbringen, den Artisten beim Jonglieren auf einem zwei Meter hohen Einrad mit einem Säbel, einem Apfel und einer Kettensäge zuzusehen oder beim sich in eine winzig kleine Box quetschen. Fantastisch.
Gestern war Ostersonntag, ich stand gemütlich auf, setze mich in die swing Schaukel im Hof, strahlender Sonneschein, warmes Wetter, chillige Musik, die Cafegeräusche von nebenan und dachte mir, wie ich das vermisst hatte. Später suchten wir alle nach Schokoladenostereiern, die im ganzen Hostel verteilt versteckt waren; ein riessen SpassJ
Ich bin froh wieder gekommen zu sein und bereue es nicht!

Noch eine kleine Geschichte zum Schluss…
Gestern Nachmittag hatten wir ein BBQ am Strand geplant; lecker grillen bei Sonnenuntergang. Alles war gut, ein bildschöner Sonnenuntergang, alle stehen um ihr Fleisch auf dem Grill herum, nur die Maren is ne Ausnahme und hat lecker Kartoffeln, gegrillte Zucchini mit italienischen Kräutern, Schafskäse mit ebenfalls italienischen Kräutern, Zwiebeln und Tomaten, was natürlich alles früher fertig ist als das weniger vegetarische Fleisch.
Ich richtete mir schön meinen wirklich appetitlich aussehenden Teller, stellte ihn auf unsere Picknickdecke ein paar Meter entfernt und lief noch einmal zurück um Salz und Pfeffer zu holen. Auf einmal fingen alle an zu schreien, ich dachte mir was ist den jetzt schon wieder, bis ich begriff, dass der Grund für die Aufregung hinter mir sein musste. Ich drehte mich um und sah, wie ungefähr 5 Millionen Möwen sich um meine Zucchini mit italienischen Kräutern stritten. Als ich meinem Teller zu Hilfe kommen wollte, zeigten die bescheuerten Viecher nicht einmal den kleinsten Anschein von meinem Essen zu lassen und ich musste schreien und um mich fuchteln, bis sie einen Meter zurückwichen. Den Tränen nahe und umringt von aggressiven Möwenbiestern betrachtete ich meinen nun nicht mehr so appetitlich aussehenden Teller.

kia ora!

die zeit fliegt und schwups ist ein halbes jahr mit reisen verflogen. ich versuche mich an den anfang zu erinnern, an einzelne personen, an bestimmte erlebnisse, an schoene momente und ueberhaupt das halbe jahr im zusammenhang. das gefuehl das mich gerade fest ist griff hat ist glueckseligkeit und zuversicht; ich befinde mich in neuseeland und bin wohl ein grosser glueckspilz!

ende januar ging mein flug von brisbane (australien) nach auckland (neuseeland) und etwas uebermuedet und ungluecklich bestritt ich die 3 stunden, hatte aber das glueck neben john zu sitzen, einem iren in meinem alter, der genauso muede und wenig ahnung hatte wie ich von neuseeland. er wuerde fuer ein halbes jahr die kiwis besuchen, ich fuer 6 wochen. ich hatte weder ein hostel vorgebucht, noch irgendwelche anderen plaene geschmiedet, da die zeit vor der abreise alles andere als ruhig war. ich verliess mein heimisch gewordenes brisbane und australien mit dem trost, wieder in eineinhalb monaten zurueckzukehren.

die woche davor hatte ich mit steffi in byron bay verbracht; kurz zusammengefasst fuer das memoir will ich festhalten, dass wir eine verrueckte zeit hatten in nimbim, dem kleinen hippie dorf in den bergen, dort einen berauschenden nachmittag erlebten, die gefahren des meeres wortwoertlich hautnah zu spueren bekamen durch eine qualle die gedachte, sich im seichten wasser eines grauen nachmittags um mich zu wickeln und mir einen riesenschreck zu verpassen, wir den oestlichsten punkt australiens mit fahrraedern erklommen, dann weiterfuhren in das touristische „surfers paradise“ am „australia day“, der mir wie eine allgemeine gehirnwaesche vorkam, da einfach jeder jeden alters vollkommen in patriotismus aufging und fuer einen tag sich selbst und das land mit alkohol begoss (die australier sind bekloppt, ich kanns nur immer und immerwieder wiederholen, jedoch liebenswert ), ich das erste mal live rodeo zu sehen bekam, mit der silhouette der stadt im hintergrund, einem abstrusen bild, dann zwei tage bei freunden von steffi wohnten und uns die zeit mit shoppen vertrieben und irgendwie langsamer waren als die gesamte welt um uns herum; ob das noch die nachwehen nimbim’s waren?! wer weiss das schon…

nun sass ich also im flugzeug, und war froh dass ich john hatte der mich unterhielt und mich einfach in sein hostel eincheckte, sodass ich mich um nichts kuemmern musste. die naechsten tage verbrachten wir mit vier franzosen die zwar nach neuseeland gekommen waren um englisch zu lernen, aber zu faul waren es zu sprechen und so kam es, dass ich sprachlich vollkommen verwirrt wurde und mich zwischen deutsch, englisch und franzoesischen zu hangeln versuchte.

auckland, die stadt in der ich ankam, die sich auf der nordinsel neuseelands in der oberen haelfte befindet, war europaeischer als die staedte die ich bis dahin in australien gesehen hatte, ueberfordete aber mein derzeitiges gemuet; ich haette mich lieber auf einer einsamen insel mit wenig menschen und viel natur befunden, als in einer von asiaten besetzten grossstadt die sich ewig in die breite zieht und wenig attraktiv ist. vor allem aber zeigten sich unerwartete gravierende unterschiede zu dem australischen leben, die von der sprache ueber kulinarisch gewohnheiten bis hin zur gesellschaft, bzw ureinwohnern, den mauris, gehen. nach drei tagen im chaos bestieg ich die faehre, die mich ins paradies fahren sollte; nach waheke island, wo anselms grosser bruder mit seiner hochschwangeren freundin abby seit 5 jahren wohnt, ein kleines haeuschen besitz und ein leben auf der kleinen insel geniesst, die stark vom alternativen flair gepraegt ist; es gibt dort einen waldorfkindergarten, eine waldorfschule ist in planung und marken wie „rapunzel“ und „weleda“ sind kein fremdwort. als wir das erste mal einen kleinen lebensmittelladen betraten haette ich freudentraenen vergiessen koennen bei dem anblick von biodatteln und fair trade bio caffee, sowie vollkornbrot mit angemesser konsestenz! bei johannes und abby zuhause wurde ich herzlich aufgenommen, die zwei sind wirklich nett und es war ein etwas seltsames gefuehl einen „mall“ so weit vom heimischen heidelberg zu treffen und er doch nicht der anselm war.. am letzten tag, nach drei tagen in der haengematte chillen und lesen mit der katze uf dem bauch, bestritt ich meinen schweinehund, schnappte mir das mountainbike und erkundete das huegelige waiheke, was sich nachher als extremer nachteil herausstellte; bei der anstrengung half nur eine kleine erfrischung beim winzer. also machte ich mich auf den weg zum naechsten weingut und hatte meine erste weinprobe; ich versuchte interessiert und wissend zu schauen, wobei ich mir nicht sicher bin in wieweit mir der nur ein paar jahre aeltere winzer hinter der theke abnehmen konnte was ich vorgab… ein riesen spass auf jeden fall!!

die insel waiheke beherbergt um die 8.000 einwohner, wobei die tendenz steigend ist, was man nur verstehen kann; eine wunderschoene idyllische insel, eine halbe stunde mit der faehre entfernt von auckland, gibt sie einem alles, was man zum gluecklichsein braucht. meisst besseres wetter als in auckland, menschenleere straende und buchten, kurvige strassen, etliche winzereien, ein kleines staedtchen mit vielen caffees und einer guten atmosphaere.die zwei, johannes und abby, haben sich wohl fuer genau das richtige entschieden!

als ich, nachdem wir die faehre 2 mal hintereinander verpasst hatten, in auckland wieder ankam, hatte ich mich fuer den abend mit dem maori steve verabredet, weil wir am naechsten tag mit einer gruppe deutscher studenten, die ein austausch praktikums programm in neuseeland machten, in den norden neuseelands aufbrechen wuerden, ein kurzer trip uebers wochenende. steve ist der organisator fuer dieses austauschprogramm und organisiert manchmal solche kurzen ausfluege. wir hatten einen kleinen bus, waren eine gruppe von 10 leuten und fuhren in drei tagen einmal rum um die noerdlichste spitze. diese soll wohl das schoenste von der nordinsel sein, fuer mich war alles schoen weil die landschaft so ganz anders als die australiens ist. gruene huegel, viele berge, steinigere straende. beeindruckend war der noerdlichste punkt, auf dem ein leuchtturm steht, und an dem wir den sonnenuntergang sahen. an der westkueste gibt es mammut baeume, die einen so dicken stamm haben, dass man 14 leute braucht um ihn umfassen zu koennen. durch steve erfuhren wir in den tagen etwas von der alten kultur neuseelands, der maori kultur, was fuer uns alle interessant war.

auf dem rueckweg liess mich steve in warkworth aussteigen, 60km ueberhalb von auckland, wo ich judi und stan treffen sollte, um eine woche bei ihnen zu „wwoofen“. „wwoofing“ ist ein programm und ausgeschrieben erklaert wohl am besten was es ist: „Willing Workers On Organic Farms“. es gibt ein buch fuer jedes land mit allen adressen von allen farmen die bei dem programm mitmachen, man kann dann die familien kontaktieren, und wenn es klappt, lebt man fuer ein paar tage oder auch wochen auf der farm, arbeitet ein paar wenige stunden am tag und bekommt dafuer freie unterkunft und verpflegung.

ich glaube ich hatte ziemliches glueck mit judi und stan; ich musste wenig arbeiten, hatte mein eigenes zimmer mit grossem bett und eigenem computer, kleinem badezimmer und bekam koestlichste biologische (:)) verpflegung. das haus befand sich mitten im nirgendwo, egal von welchem punkt vom haus aus man sich umschaute konnte man weit und breit kein anderes haus entdecken und die meistgehoerten geraeusche waren kuhrufe und vogelgesang. der ein oder andere wird wohl vielleicht denken „wie langweilig..“, ich aber hatte gar keine zeit mich zu langweilen; ich hatte endlich unbegrenzte zeit im internet (gell leonie:)), hatte den guten charles dickens auf dem nachttisch liegen und dann gab es noch die beiden katzen zum spielen. ausserdem entwickelte ich eine unglaubliche freude daran, lange spaziergaenge zu machen und das beste erlebnis war wohl, nach einem heissen tag bei sonnenuntergang eine stunde joggen zu gehen und danach total verschwitzt aber gluecklich den schweinehund ueberwunden zu haben im garten zu stehen und direkt vom busch die passionsfruechte zu verspeisen; passionsfruechte die einen so intensiven geschmack hatten, dass mir waehrend ich schreibe das wasser im mund zusammenlaeuft und meine zunge prickelt…

und dann, ganz ploetzlich und spontan, entschied ich mich nach wellington zu fahren, rob zu treffen und mit ihm zu reisen.

doch bevor das wahr werden konnte, hatte ich noch eine praegende nacht vor mir….

judi brachte mich zurueck nach warkworth, wo ich den nachtbus besteigen konnte; ich hatte eine 14 stuendige reise durch die gesamte nordinsel vor mir.

am busbahnhof in auckland konnte ich mich mit dem vorteil meiner koerpergroesse geschickt als eine der ertsen in den bus schmuggeln, erfasste schnell die sitzsituation und fuehlte mich clever als ich sekunden spaeter mich in die links hinterste ecke, in der endreihe des buses heimisch einrichtete. ich breitete mich auf drei sitzen aus und war nur wenig begeistert, als ein kleines maedchen neben mir platz nahm, sodass nur noch zwei sitze fuer mich uebrig blieben.  ich weinte mich ueber den verlust des sitzes in den schlaf, als ich eine viertel stunde spaeter unsanft von den unbeholfenen animationsversuchen des busfahrers und seinen holbrigen bremsgewohnheiten geweckt wurde. wir stoppten kurz um noch weitere fahrgaeste mitzunehmen. ich an meinem fensterplatz schaute verschlafen auf die wuselnde menge und eine recht oppulente maori frau fiel mir besonders auf; ich fragte mich leise ob sie wohl gekommen war um jemanden zu verabschieden oder ob sie sich wirklich durch in die engen sitzreihen des buses quetschen wollte. minuten spaeter wusste ich die antwort: ja, sie wollte, und fuer mich unvorteilhafterweise wollte sie genau neben mir. nicht schon genug, dass ich einen sitz verloren hatte, jetzt blieb nur noch ein halber uebrig! bepackt mit unzaehligen taschen und unwiegbarem gewicht hiefte sie sich zwischen mich und das kleine maedchen ohne auch nur rot zu werden. sprachlos und unbeholfen, mit dem gesicht an die fensterscheibe gedrueckt, sass ich da als der bus wieder anfuhr um die 600km zu bestreiten. sie faltete ihre haende ueber dem bauch und irgendwie tat sie mir leid, weil sie wirklich keinen platz hatte, ihre knie und arme beruehrten den sitz vor ihr, sie war aber nicht die einzige die litt. nach ein paar stunden schlief sie seelig ein mit einem leisen schnarchen gefolgt, ihr koerper entspannte sich sowie ihre muskeln, ihr schwerer arm glitt langsam auf mich und nach kurzer zeit bekam ich klaustrophobische gefuehle… der koerperkontakt zu ihr hielt die ganze nacht an mit dem vorteil, dass mir nicht kalt werden KONNNTE trotz der uebertrieben aufgedrehten klimaanalge, und irgendwann kamen mir gedanken wie: was ist wenn ich wirklich aufs klo muss? da ist kein ausweg und zum aufwecken war ich zu eingeschuechtert, dieser massive koerper neben mir ein unverrueckbares hinderniss, die unglaublichen massen fleisch jedoch liessen mich an ein erlebnis in den fruehen stunden des gleichen tages erinnern, als judi mit mir zum markt ging und danach mir einen „old fashioned“ fleischermeister zeigen wollte. wir hatten vor dem schaebig aussehenden kleinen haeuschen geparkt, stiegen aus in den stroemenden regen, und ich dachte mir nicht viel dabei. ich haette mir ein altes verschrumpeltes grossvaeterchen vorgestellt, in seinem vor 50 jahren eingerichteten kleinen fleischerladen; jedoch bin ich wahrscheinlich viel zu jung um irgendeine vorstellung zu haben von frueheren gegebenheiten und so war ich doch recht erstaunt als ich die tuer mutig oeffnete und das erste was mir entgegen kam ein mann war, der ein ganzes gefrorenes schwein unter dem arm in den kofferraum seines allrad antrieb autos trug, und als wir den laden betraten, wir eine spartanische einrichtung vorfanden mit einer theke, einer ungefaehr 1003 jahren alten kasse und einem telefon, in der mitte ein grosser runder steinklotz mit 1.5 meter durchmesser, in der hinteren ecke des kleinen raumes eine stahlstange an der an hacken diverse koerperteile hingen, und einer offenen tuer zu einem raum, was wohl so etwas wie der lagerraum sein musste. gab man eine bestellung ab, ueberlegte der um die 50 jahre alte fleischermeister kurz, nahm das gewuenschte vom hacken, nahm das beil dass um seine huefte hing, ging zum stein in der mitte und hackte „die kreuz und die quer“ bis der kunde zufrieden „stop!“ rief. leicht in meinem unschuldigen vegetarier herz geschockt und einem lauen bauchgefuehl stieg ich ins auto und wir verliessen das jahr 1956.

die sonnenstrahlen weckten mich als wir zu einer unmoeglich fruehen morgenstunde in der hauptstadt neuseelands wellington ankamen. Haette ich zu diesem zeitpunkt auch nur ahnen koennen, was mich die naechsten vier wochen erwartete, haette es keine zeit fuer muedigkeit gegeben, waere ich wahrscheinlich huepfend um laternenpfaehle gerannt und haette ganz wellington mit seemannsrufen geweckt. Aber noch besitze ich nicht die faehigkeit, die zukuft vorrauszusehen und so musste ich die zaehen morgenstunden in der kaelte an unserem vereinbarten treffpunkt auf rob warten, der, wie sich spaeter herrausstellte, nicht weit entfernt auf einem parkplatz in seinem aussen gelben, innen gruenen, und die decke rot bespannten „cool runnings“ schlummerte.

Als wir uns endlich kennenlernten, war ich nur positiv uebrrascht; rob, ein verrueckter englaender aus newcastle war ueberaus gastfreundlich, witzig, entertainend, von sich ueberzuegtes gesangstalent, easy going und ich liebe einfach seine roten locken und seine sommerbesprosste gebraeunte haut! Wenig spaeter lernte ich den rest unserer crew kennen; sivan aus israel, theresa aus berlin, und marissa aus new york. Alle vier um die 5-8 jahre aelter, was mir nach kurzer zeit den spitznamen „little“ einbrachte. Dieser name hat sich so sehr als eine gewohnheit eingestellt, dass es mir irgendwann komisch vorkam, wenn mich jemand bei meinem in meinem reisepass stehenden namen nannte.

Unser kleines abenteuer konnte nun beginnen. Wir gingen zusammen fruehstuecken, ein sonntagmorgen wie man ihn sich nur wuenschen kann, erledigten die letzten einkaeufe fuer die naechste zeit, ich wurde in die reiseplaene eingeweiht und schon befuhren wir die faehre zur suedinsel. Die fahrt dauerte nur zwei, drei stunden, war aber keine gewoehnliche. Zwischen den beiden inseln liegen nur wenige kilometer, man muss aber den „queen charlotte sound“ passieren, um zum hafenstaedtchen picton zu gelangen. Und dieser war ausserordentlich schoen, windig, blau, und die stille auf dem deck der faehre, die eintrat als wir den sound passierten, war so erfuerchtig, ich kanns nicht anders beschreiben. Die leute standen mit offenen muendern und grossen augen auf dem deck und drehten sich langsam um ihre eigene achse, um die schoenheit dieser landschaft 360grad winkel aufzunehmen. Links und rechts neben uns balu- gruene huegel, um uns herum tiefblaues meer, das zusammenspiel von erde, wasser und wind atemberaubend und ich hatte so etwas noch nie vorher erlebt.

ich fasse nun kurz unsere vier wochen zusammmen und gehe spaeter naeher auf erwaehnenswerte details einJ. der plan war, erst einen zwei- tage marsch auf dem „queen charlotte track“ zu machen, dann weiterzufahren nach nelson, da einen tag zu verbringen, danach zur noerdlichen spitze der suedinsel zu fahren, zum „abel tasman“, dort einen drei- tage marsch hinter uns zu legen, und die gelaufenen kilometer am ende mit dem kanu auf dem meer zurueckzupaddeln. Danach wollten wir uns noch weiter in den norden wagen, einen stop im in den bergen gelegenen waitapu einlegen um dann einen tag an der laengsten sandduene der welt zu verbringen und an einem strand, wo robben hausen und wenn ebbe ist, man eine hoehlenlandschaft erkunden kann. Nach ein paar tagen aufenthalt im oberen teil der insel waren wir gespant auf den rest und fuhren relativ schnell uebers landesinnere an die westkueste, wo das naechste erwaehnenswerte die beiden gletscher „franz josef“ und „fox“ sind, wobei wir den einen besteigen, und den anderen nur betrachten wollten. Die tage in eis und kaelte liessen die sehnsucht nach waerme immer groesser werden und wir fuhren weiter runter die kueste nach haast, was alles andere als erwaehnenswert ist, ich es aber trotzdem schreibe. Das tollste erlebnis dort war, an einen strand bei sonnenschein, nach tagen im kalten wetter zu gehen, einen relativ akzeptablen strand vorzufinden, nach drei sekunden aufenthalt aber wieder umkehren zu muessen, weil ein schwar sandfliegen ammok hinter einem herfliegt. Das grosse problem der suedinsel sind die sandfliegen, die schlimmer sind als alle moskitos und man sie einfach nicht losbekommt. Ja, haast. Von haast wieder ins landesinnere, vorbei an zwei kalten seen, nach wanaka, wo ich zufaellig john aus dem flugzeug im supermarkt wieder traf und er irgendwie das beduerfnis hatte mir etwas zu schenken, und mir so freudestrahlend, doch etwas schuechtern eine warme bierflasche uebergab. Schoene tage in wanaka, eine am see gelegene stadt mit einem fantastischen „puzzle paradies“, in dem wir uns stunden im labyrinth und dem „raum der sinne“ vergnuegten, mir das erste mal im meinem leben schlecht wurde in einem solchen, weil die waende schief, und die sinne getruebt waren. Das ende fuer unsere berlinerin theresa war in sicht, als wir auf dem weg nach queenstown waren. Sie flug nach einer grossen abschiedsnacht wieder zurueck ins nest deutschland, wir blieben in einem kleinen huettchen in queenstown und lebten mit dem ueberaus liebenswerten deutsche kleinen dumbo danielo und dem ausrtalischen dreadlock rob, die schnell zu familienmitgliedern wurden. Jede nacht ein kleiner wein in queenstown, jede nacht ein kleines taenzchen gewagt, jede nacht die selbe bar, und morgens aufgestanden und die freunde beim bunjispringen gewusst. Ich war zu feige zum springen, und wir trafen uns zum „rafting“ auf dem wilden gebirgsfluss am nachmittag wieder. Queenstown verging wie im schlaf, fuenf tage, und ein so schoenes gefuehl kommt auf, wenn ich daran zurueckdenke. Danach auf zum „winetasting“ in die weltbekannte weinregion cromwell, am see gecampt mit einem feuer am abend und zu dritt in „cool runnings“ geschlafen, morgens die klappe aufgemacht und wind und wasser so nah um uns gehabt, zurueck in queenstown von marissa verabschiedet um dann mit den beiden jungs weiter in den sueden, nach steward island zu ziehen. Anstatt einer faehre einen flug auf die kalte insel genommen, in einem kleinen acht mann sitzer, rob als co- pilot hat uns etwas angst eingejagt, aber wir kamen an, nasse maersche auf steward unternommen, leider keine kiwis gesehen, zu scheu, und nach stunden im regen aufgewaermt am gemuetlichen feuer mit cappuchino, die insel verlassen mit dem gedanken, irgendwann zurueckzukommen und hier zu leben, dann ans ende der welt gefahren…. das wirkliche ende der welt…. raue klippen, sintflutartiger regen, abenddaemmerung, und leider keine delphine und wale gesehen, weil sie sich alle vor dem wetter versteckten. Also weiter nach dunedin, dem letzten stop fuer uns zusammen, dort eine nacht geblieben, der naechste tag sollte ien gluecklicher werden. Wir fuhren zur steilsten strasse der welt, der „baldwin street“, tuckerten die 19 %ige steigung hoch und waren froh, dem alten „cool runnings“ das nicht zumuten zu muessen, dann weiter zum „shag point“ um so nah pinguine, robben und moewen, jedoch leider immer noch keine delphine und wale zu beobachten, tausende fotos zu schiessen, dann weiter zu den merkwuerdigen moreaki steinen, die kugelrund und manchmal aufgesprungen am starnd liegen. Zurueck ueber dunedin auf die halbinsel der albatrosse, die gigantischen schwingen dieser tiere bestaunt, zurueck in dunedin ein festliches abschiedsmahl genommen, eine abschiedsnacht vertanzt und am morgen darauf unter traenen abschied genommen. Vollgepackte vier wochen mit erlebnissen die uns keiner wieder nehmen kann. Mit todtraurigem herzen im bus nach christchurch gesessen, kein hostel gebucht, egal gewesen ob ich den bus verpasse oder nicht, die nase hochgezogen und drauf geschissen obs jemand eklig findet, zwei freunde zureuckgelassen die einem unglaublich wichtig geworden sind und mit denen man den letzten monat verbindet. Nachts in christchruch angekommen, sam aus australien nicht erreciht, der seine wohnung fuer die zwei tage angeboten hatte, also ein hostel gesucht und einfach eingeschlafen.

Und genau hier bin ich. Sitze seit stunden im internet cafe, lade bilder hoch, versuche gedanken zu ordnen und versuche, mich auf das kommende zu freuen. Die stadt ist schoen, es gibt alte, victorianische haeuser, und das hostel hat eine hinterterasse, die ganz nach meinem geschmack zwischen roten backsteinhaeusern liegt.

dies ist mein letzter tag in neuseeland und morgen um sieben in der frueh geht der flieger nach australien.

julia&maren

hallo liebe leute und willkommen im neuen jahr!

zum verlauf von weihnachten und sylvester moechte ich mich hier nicht aeussern; es war sehr australisch:)  anstattdessen kann ich gleich zu sehr viel wichtigeren eireignissen kommen, wie zum beispiel die zweieinhalb wochen mit meiner grossen schwester an der ostkueste!

nach langem warten kam sie endlich samstag frueh morgen mit dem shuttlebus nach ewig langem flug vor unserem hostel an. natuerlich hatten wir davor telefoniert und ausgemacht wann und wie wir uns treffen, aber als sie dann auf einmal vor mir stand, schien das so unreal. auf einmal war da eine mir recht gut bekannte person in meinem neuen leben, die jetzt fuer zwei wochen daran ganz nah teil haben wuerde. es wurde spannend…

nach zwei tagen gutem und langem schlaf, entspannten besuchen in der stadt und gemuetlichem kalamarie essen, brachen wir endlich am montag auf mit unserem sehr speziellen camper. sehr speziell, da es ein wicked camper ist, ein multifunktionelles, extravagantes und altes leihauto, in dem wir auch schliefen. es erwies sich auf jedenfall fuer sehr nuetzlich, dass die gute julia eine ausbildung zur kfz-mechadronikerin macht, wir haben ihr wissen ueber autos das ein oder andere mal gebraucht… nun denn, die arme julia wurde auch glatt mal ins kalte wasser geschmissen, weil ich nicht fahren durfte (unter 21) und daher sie ranmusste. waehrend sie sich durch den wirren linksverkehr wurschtelte, fungierte ich als navigator. auf jeden fall ein gutes team, wir haben uns kein einziges mal verfahren in den zwei wochen!

unser erstes ziel war noosa heads, das als das st tropez australiens bekannte kleine staedtchen. wir hatten uns wohl zu viel oder einfach was anderes vorgestellt, am ende blieb es bei einem strandbesuch umringelt von menschenmassen und surfern; wir mussten hier weg… die nacht verbrachten wir in gympie.und man muss schon sagen, dass der campingplatz in gympie auf jedenfall speziell ist; diesen insider versteht jetzt allerdings nur die julia, deshalb bin ich wohl gezwungen, in den tiefen meiner verdraengten gedanken zu wuehlen, und versuchen, mich zu erinnern…komische menschen, verwirrte gestalten, es muss ein schrecklicher erster eindruck fuer die julia gewesen sein:) um es kurz zu machen; wir kamen spaet abends, brachen frueh morgens auf und waren auch froh darueber.

ueber die naechsten tage ist zu sagen, dass wir (aus meiner sicht zumindest:)) einen riesen spass hatten. julia brachte irgendwie ein kleines stuck zuhause mit in das ferne australien;gerueche, geschichten und redewendungen. wir haben uns manchmal gekringelt vor lachen… nun aber zu unserem programm: wir fuhren also insgesamt um die 1.300 km die ostakueste hoch, liessen uns dafuer fuenf tage zeit, besuchten hoehlen, berge, national parks, und kleine vergessene doerfer, in denen es guten eiscafe gab. und dann kam der regen. der julia laeuft wahrscheinlich ein kalter (vielleicht auch bischen nasser) schauer ueber den ruecken bei diesen worten, aber am ende ging alles gut…

wir hatten das aussergewoehnliche glueck, in einen zyklon zu geraten, der sich erstmal die naechsten fuenf tage gemaechlich zeit liess und sich kraeftig ausregnete. wir in unserem campervan fanden das wiederrum nicht allzu lustig, da wir nasse fuesse bekamen, und aber vor allem angst haben mussten um die strassen, auf denen wir geplant hatten uns zu bewegen. vor allem fing es grade an zu regnen, als wir in einem bushcamp waren, das sich mitten im regenwald befand und wie ein zoo ohne gitter war; gefuehrt von wazza, dem verrueckten alten. und das ist keine untertreibung. dauerbreit verkaufte er uns in seinem kleinen huettchen bei stroemendem regen eine 3-tage-3-naechte-segeltour auf der ise pearl und telefonierte in uebelstem australisch hoechst amuesiert mit seinen weit entfernten freunden vom hafen in airlie beach;und war stolz als er es geschafft hatte, uns unseren wunsch erfuellt zu haben. freudestrahlend uebergab er uns seine selbstgebastelte schatzkarte, unser weg zum glueck ( andere, konventionellere leute nennen es anzahlungsvertrag), den er auf eine alte, auseinandergerissene brottuete gezeichnet hatte.

das bushcamp an sich war abenteuerlich und wunderschoen… man konnte dort campen oder auch in auf stelzen stehenden huettchen uebernachten, in einer open- air kueche kochen, im fluss direkt nebendran schwimmen oder sich in der regenwalddusche saeubern. die dusche was an einer seite offen und man hatte so einen grossartigen blick in den regenwald.

ausserdem war in der naehe des bushcamps ein wasserfall, den wir nach gueten 1.5 stunden marsch huegelaufwaerts auch erreichten. ausgestattet mit dem von wazza empfohlenen salz gegen blutegel bahnten wir unseren weg durch den regenwald und ueberquerten den fluss, bis endlich die belohnung fuer die anstrengungen kam; fast an der hochtsen stelle des wasserfalls endete der weg und man konnte (mit etwas mut) in becken des flusses schwimmen.

leider verbrachten wir nur eine nacht in der obhut wazzas, auf jeden fall aber bleibt uns das bushcamp in guter erinnerung… weiter ging es dann nach airlie beach, wo wir ein paar tage warten mussten, bis unsere segeltour startete. nach einer woche in staendiger begleitung von bruce und otto (bruce, der sog. „brucehighway“ und otto das auto) wurden wir wieder einigermassen saessig und gaben das auto ab. die tage in airlie vertrieben wir uns mit souveniers kaufen, spaziergaengen und schlangen beobachten. wir waren in einem suessen hostel untergebracht, in dem sich immer acht leute ein kleines huettchen teilten und man sagen konnte:“willste mit in meine huette kommen?!“

weil die nachwehen des zyklons noch laenger andauerten wurde unsere tour um einen tag verschoben und wir konnten dann aber endlich am mittwoch in stroemendem regen in see stechen. man muss schon sagen, die ertsen stunden waren nicht sehr romantisch;es gab seekranke, die sich ueber bord ergaben (julia, sei mir nicht boes..:)), einen maechtigen seegang, viel wind, noch mehr regen und die ueblichen kennenlern gespraeche. das alles aber aenderte sich am abend, als sich die wogen geglaettet hatten und wir friedlich in einer kleinen bucht lagen, die nassen kittel ausziehen konnten, unser abendessen angelten und wir gluecklich feststellen konnten, dass wir uns genau fuer das richitge entschieden hatten. die ise pearl ist ein sehr altes segelboot (julia bitte hilf mir mit dem baujahr), das von unserem kaeptn sparrow persoenlich restauriert wurde. er und seine japanische partnerin machi leben nun auf dem boot und holen ab und zu, wenn sich genuegend leute finden, diese fuer drei tage auf ihr fahrendes zuhause und zeigen ihnen die 74-teilige inselgruppe, die whitsundays. vor allem aber verpflegen sie ihre gaeste nach bestem wissen und gewissen, was bedeutet, dass wir einfach eine gute zeit hatten. kosteliche speisen, immer tee und kaffe mit kecksen bereit, machis begleitender gesang zum radio, sparrow immer ein wenig zurueckhaltend aber doch manchmal einen fuer uns nicht ganz verstaendlichen witz zu preis gebend, und ein immer sauberes boot:)

unsere kleine crew bestand aus einem englischen paerchen, die mitte fuenfzig einfach beschlossen hatten, frueher in rente zu gehen und es ihren kindern nachzu machen und die welt zu bereisen; zum anderen waren noch zwei deutsche maedels mit dabei, studentinnen, die ihre semesterferien nutzten, australien zu erkunden und freunde zu besuchen. wir alle zusammen stellten eine bunte mischung dar, ws sich allerdings als perfekt herausstellte, da es zu guten gespraechen kam, es wurde viel gelacht und vor allem kam keine schlechte stimmung auf. in den drei tagen gingen wir zwei mal schnorcheln am graet barrier reef, das sich von mackay bis an die suedlichste spitze australiens zieht, und wunderschoene korallen und fische beherbergt. ausgestattet mit unseren aeussers sexy aussehenden tauchanzuegen und der schnorchel ausruestung sprangen wir alle wie die samse den ozean und gaben unser bestes, wie froesche auszusehen..

und natuerlich besuchten wir auch fast gottverlassenen straende, unter anderen aber auch den „white haeven beach“, der als der schoenste der welt gilt. wir allerdings sahen ihn nicht in seiner ganzen schoenheit, da das meer so viel wasser hatte, dass die ganzen sonst so weiss glaenzenden sandbaenke einfach ueberfluetet waren und nur ein streifen strand uebrigblieb.. aber was solls… dafuer sahen wir eine riesige wasserschildkroete, delphine, tausend fische und sternuebersaehte nachthimmel..

am ende der drei tage verabschiedeten wir uns mit schwerem herzen, obwohl wir die maedels leicht wiedersehen koennen, da zumindest eine in heilbronn studiert und wohnt.

ja, das war wiedermal eine lange geschichte, aber eine froehliche. jetzt ist die julia wieder zuhause, nachdem wir einen flug zurueck nach brisbane nahmen und nach einer nacht im fuer mich doch recht luxurioesen motel abschied nahmen. ich blieb noch zwei tage in brisbane und machte mich dann aber, mit hummeln im hintern, auf den weg die kueste runter, in das hippie dorf byron bay, weil ich hier wiedereinmal die steffi treffe.. und jetzt muss die arme warten bis ich diesen elend langen artikel endlich zu ende geschrieben hab, aber zum glueck aheb wir eine ganze woche zusammen!:)

ich berichte bald wieder, ahoi!!

Jetzt hab ich aber wirklich schon lang nichts mehr von mir hoeren lassen und es tut mir leid… verzeiht!:)

Der letzte informationsstand war also, dass ich ein schoenes hostel in alice gefunden hatte; alice, das staubige herz australiens, das als waehrend meines aufenthalts ungewoehnlicherweise ueberschwemmt war. Die zeit dort war recht schoen, ich blieb noch eine woche und unter anderem unternahmen wir dinge wie die besichtigung der hauptstation der „flying doctors“(die australien und sein outback mit helicoptern mit medizin und hilfe ausstatten), auf einen berg neben dem hostel zu krakseln und den sonnenuntergang ueber alice anzuschauen, kaengurus zu imitieren, „thanksgiving“ provisorisch mit bbc zu feiern und nachts in unserem pool auf dem wasser liegend die sterne zu betrachten.

Nach einer woche aber entschied ich mich weiter zu fahren und fand ein hollaendisches paerchen, die zwei tage spaeter nach cairns mit ihrem auto fahren wollten. Cairns liegt fast am obersten zipfel an der kueste australiens, brisbane aber, die stadt wo ich hinwollte, liegt ungefaehr auf der mitte der ostkueste. Also nahmen sie mich bis townsville, einer stadt auch an der kueste, genau zwischen cairns und brisbane mit…kompliziert, man braeuchte eine karte…

Wir waren insgesamt 4, fast 5 tage unterwegs und legten 2.500 km hinter uns, was eine ganze menge ist. Also sahen wir noch mehr outback, kleine verlassene outback kaeffer, die nur auf der landkarte gross eingezeichnet sind weil sie existieren. In deutschland bzw. Europa haette nie ein mensch von einem kaff solcher kleine gehoert, aber in australien kennt jedes kind tennant creek, ein dorf mit 3.500 einwohnern…

Australien eben. Naja, jedenfalls sind die menschen in dieser gegend etwas anders; man kann es eigenartig oder auch einfach eigen nennen, irgendwie sind sie einfach keine menschen gewoehnt. Auch nicht im jahre 2008.

Eigentlich hatte ich von den vier tagen erwartet, dass ich keine dusche sehen werde, keinen supermarkt und absolut keine zivilisation, und dann taucht aber ploetzlich aus dem nichts ein kleines doerfchen auf, mit einem zwar kleinen aber feinen hostel (das ziemlich an diese motels aus den aelteren amerikanischen filmen erinnert hat), mit einem aelteren dicklichen mann an der rezeption sitzend, der so aussieht, als waere er hier schon sein leben lang und als wuerde er niemals einmal woanders hingehn (womit man wahrscheinlich gar nicht mal so falsch liegt) und ehe man sichs versieht liegt man mitten im outback in einem pool und fragt sich, wie verdamm noch mal diese leute hier ueberleben koennen, woher sie ihr essen, benzin und elektrizitaet bekommen und ueberhaupt scheint es ziemlich unwirklich… eine seltsame gesellschaft ist das da drausen, aber irgendwie auf seine eigene art liebenswuerdig. Mir hats auf jeden fall gefallen.

Was mich wohl am meisten auf dem ganzen weg nach townsville beeindruckt hat, waren die „devil’s marbles“, die ueberhalb von alice springs liegen und einfach mitten am strassenrand eine steinformation aus vollkommen runden steinen bilden. Laegen sie an einem etwas leichter erreichbaren ort waeren sie vermutlich auch beruehmt, weil sie wirklich sehr imposant sind, aber hier werden sie nur einmal in einem nebensatz erwaehnt.

Von townsville aus, wo mich die holllaender absetzten, hatte ich einen zug gebucht nach brisbane. Ich stellte mir eine romantische, zwar 24 stunden lange, aber angenehme fahrt an der keuste vor, mit ratternden raedern unter mir und einem gigantischen sonnenuntergang.

Ich stieg also des nachmittags ein, mit wehendem hut und voller spannung und da fuhren wir auch schon mit 1.5 stunden vespaetung los. Der zug hatte sein erster stuck weg durch die stadt zuruck zu legen und fuhr deshalb langsam. Nach einer halben stunde verliessen wir die staedtische umgebung und ich dachte mir“jetzt gibt er gleich gas!!“, doch leider auch nach drei stunden blieb die durchschnittsgeschwindigleit bei 60 km/h. Fuenf stunden spaeter immernoch das selbe. Selbt nach vierundzwanzig stunden, plus zwei stunden verspaetung tuckerten wir mit derselben geschwindigkeit in brisbane ein. Ich glaube einzig ein australischer sogennanter „schnellzug“ bekommt es auf die reihe, tatsaechliche 1.135 km im tempo von 60km/h in 24 stunden entlang zu tuckern in aller seelenruhe und dabei nicht mal ein schlechter gewissen zu haben. Ich war sauer. Das beste daran war, dass ich im speisewaggon ein australisches ehepaar traf und die dame mir irgendwann mitteilte, dass die australischen gewohnheiten eben etwas anders waeren. Soso. Jetzt weiss ich auch was man sich darunter vorstellen kann.

Auf jeden fall bin ich sicher und muede in brisbane angekommen und mir gefaellt es! Ich lebe in einer art appartement; wir haben um die 10 raeume mit jeweils vier betten ausgesttatet in einem haus, dem so genannten „the hub“ und es ist echt gemuetlich hier. Ich bin die putzfrau und habe deshalb keine miete zu zahlen, und verdiene in der woche sogar noch stolze 60 dollar(30euro J), arbeite aber hauptsaechlich als eine art verkaeuferin in einem shopping center, bzw am wochenende auf den southbank markets, was wirklich spass macht. Wir verkaufen eine art indische roecke, die man zu kleidern ummodellieren und in 101 verschiedenen arten tragen kann, und man bekommt sogar eine demonstrations dvd dazu… ich kann mich bis ins unendliche ueber diese teile lustig machen, muss aber zugeben, dass ich mir gestern selbt einen zum halben preis gekauft habe und ich bin mal gespannt, ob ich ihn tragen werdeJ

Zwei wochen vorher hat mich steffi, die ich in perth das erste mal getroffen habe, fuer eine woche besucht und das war wirklich gut. Wir haben jeden freien tag genutzt um an der stadtpool zu gehen und andere lustige dinge zu tun, jetzt ist sie in melbourne. Auch die zwei hollaender niels und daniel hab ich hier wiedergetroffen und es ist so ein zufall, dass man im riesigen australien sich trifft, dann trennt und auf verschiedenen wegen wieder zum gleichen ort, zum gleichen zeitpunkt wiedertrifft. Auf jeden fall ein grosser spass!!

Und jetzt warte ich und warte ich, verweile in geduld so gut ich kann und hoffe, dass bald samtag ist. Dann kommt naemlcih mein grosses schwesterchen und wir werden die kueste hoch reisen(NICHT mit dem zug…).

Ich bin gespannt und wuensch ALLEN einen GUTEN RUTSCH!!!!!!!!!! Und im vorraus das beste fuer 2009!

Seid gegruesst und gekuesst,

eure maren

guten morgen…

hier wollte ich nur schnell meine aktuelle adresse festhalten.

maren kaiser

167 harcourt st

NEW FARM QLD 4005

ich bin in brisbane an der ostkueste angekommen und werde hier wohl etwas bleiben…

Hey…

Soo, jetzt muesste bei den meissten bei euch in Deutschland so langsam die weihnachtsstimmung einbrechen, es wird immer frueher am abend dunkler und die blaetter warden immer braeuner und weniger. Ein schoener gedanke, und bei mir laeuft alles genau umgekehrt. Es wird immer und immer heisser, die supermaerkte fangen langsam an, weihnachtsdekoration aufzuhaengen (was nur sehr ungluecklich gelingt) und der sommer bricht ins land. Der sommer bringt allerdings auch die strandzeit mit sich, was mir allerdings nicht viel bringt, weil ich mich mitten im outback, in der erbarmungslosen wueste in alice springs befinde…. Kein wasser weit und breit ausser der hostel swimmingpool ein paar schritte neben meinem zimmer;)

Nur wenig troestlich. Aber alles mal der reihe nach!

In Darwin hatte ich eigentlich vor, zwei wochen zu bleiben. Doch nachdem ich rausgefunden ahtte, dass die stadt wenig reitzvoll und die hostels bei weitem nicht so wie das pirates sind (;)) habe ich bechlossen, meinen flug vorzuverschieben. Ich verbrachte nur einen tag mit neuen freunden am Alexander lake und im botanischen garten, der nicht besonders gross, dafuer aber recht schoen ist. Der see war leider keine grosse erfrischung, das wasser war badewannen warm und die luft unglaublich schwuel. Von daher zogen wire s bald vor, den rest des tages in irgenwelchen klimaanlage gekuehlten raeumen zu verbringen, wie zum beispiel der bibliothek. Ich habe selten eine so kleine bibliothek gesehen, ich hatte ernsthaft die absicht, etwas zu lessen und informationen ueber die aborigines zu finden, doch leider wurde ich mit der buecherauswahl, die aus drei kleinen regalen bestand, enttaeuscht. Dafuer gab es freies internet. Zur verteidigung fuer Darwin muss man sagen, dass die stadt komplet 1974 vom sturm tracy zerstoert wurde und nur drei haeuser stehen blieben. Von daher also ist alles schnell und neu erbaut worden, was man der stadt auch ansieht. Ich habe dann aber beschlossen, in die natur, in den nationalpark zu fahren. Relative schnell fabd ich dann auch einen reisepartner, ein koreanisch gebuertiger, australischer chacky chan, der sehr plauderhaft aufegelgt war. Wir hatten uns zusammen einen so genannten “wicked camper”geliehen, ein sehr bunt besprayter alter Toyota bus, mit dem wir dann am Freitag uns auf in die wildnis machten.

Im park gab es viel zu sehen; wir krakselten auf ewig hohe felsen, bewunderten jahrhunderte alte wandmalereien, kochten umringt von dingos, duschten mit froeschen, sangen mit kakadus, badeten in schwindelerweckender hoehe auf der spitze eines wasserfalls, besuchten unzaehlige aussichtspunkte mit wunderschoener sicht ueber die weite ebene und das angrenzende aborigine arnheim land, das man nicht ohne erlaubnis befahren darf, schlugen uns mit unserem alten gefaehrt durch die fuer vierradantrieb gefaehrte vorgesehene pfade und schafften es, nicht stecken zu bleiben. Allem in allem schoene und erlebnisreiche vier tage.

Als ich dann meinen flug nach alice springs nahm war ich sher ueberrascht, als ich in einem fast leeren flugzeug sass und weil das reisebuero in Deutschland schon vor ein paar monate meinen sitzplatz ausgesucht hatte, sass ich in der hintersten ecke, mutterseelen allein und musste mich lautstark bemerkbar machen, bis eine stewardess mich vage zur kenntnis nahm. So konnte ich wenigstens unbemerkt mir eins ins faeustchen lachen ueber diese seltsame situationJ

Im shuttlebus auf dem weg in die stadt lernte ich klara kenne, eine 71 jahre alte, in brasilien lebende deutsche dame kennen, die mich dann schlussendlich am ende unserer fahrt fragte, ob ich sie nicht auf ihrem trip begleiten wolle zum kings canyon und dem uluru-kata-tjuta natonal park. Ich wollte mir das ueberlegen.

Die fahrt hatte ungewoehnlich lange gedauert, weil in der stadt der todd river ueberschwemmt war, was einmal in zwanzig jahren passiert. Es gab einen riesigen stau, weil jeder autofahre und sonstige teilnehmer des strassenverkehrs sich eher auf den fluss, als auf die strasse konzentrierte. Aetzend, da ich so aufgedreht und gespannt war, was mich jetzt in der neuen stadt erwarten wuerde. Ich waere beinah geplatzt.

Endlich im hostel angekommen staunte ich nicht schlecht;ein zweites, ja sogar noch besseres pirates, das alice’s secret hiess!! Ich waere an diesm tag wirklich fast vor glueck geplatzt. Spaeter rief ich karla an und so machten wir uns gleich am naechsten morgen zum kings cannyon auf. Eigentlich wollten wir noch nach glenn Helen, einer schlucht, doch leider waren die strassen unbefahrbar und gesperrt, was noch einmal zeigte, wie man in australien der nature einfach unterworfen ist und nichts dagegen machen kann.

Der kings canyon ist eine gebirgskette mit einer schlucht, auf der man einen 6 kilometer langen fussweg laufen kann.und genau das machten wir dann auch am naechsten morgen, nachdem wir abends den sonnenuntergang ueber dem canyon und den puren sternenhimmel bewundert hatten. Insgesamt dauerte der walk dreieinhalb stunden und war wunderschoen, weil wir morgens losgegangen waren mussten wir auch nicht mir den riesigen reisegruppen die steine teilen. Der canyon ist eine sehr alte, versteinerte sandduene, woher auch die vielen verschiedenen schichtenund formationen kommen. Und wenn man ein bischen auf eine anhoehe kltetterte hatte man einen irrsinnigen blick ueber die unendliche weite…leider konnte man den uluru (ayers rock) aber dann doch noch nicht sehen. Karla war auf der ganzen reise mir immer zwei schritte vorraus und liess sich zu meinem amusement von keinem schild oder stock aufhalten;)

Am naechsten tag gings weiter zum uluru. Eigentlci hat man den stein schon satt und genug gesehen, bevor man ueberhaupt im ayers rock resort angekommen ist, weil alle geschafte artikel mit ayers rock motiven anbieten;und das im ueberdruss. Aber als wir dann den felsen sahen, und zwar von nahem , konnten wir nicht anders, als zweimal in schrittgeschwindigkeit und mit offenen, sabbernden muendern und staunenden rufen um den felsen drumrum zu fahren. Der fels hat unglaublich viele verschiedene formen, schaut von jeder, aber auch jeder seite und anschauungswinkel anders aus und ist einfach komplett anders, als man ihn von allen fotos und kalendern kennt. Er ist einfach was sehr besonderes, dieser risen monolith.

Ein paar kilometer neben ihm stehe die olgas, oder kata tjuta, die mindestens genauso beeindruckend sind. Es sind kleinere, rundere felsen, die schraeg gegeneinander stehen und sehr maechtig wirken.

Zum abschluss unserer tour durfte ich klara in ein restaurant einladen. Wir hatten in den tagen viel gesehen, erlebt und uns vor allem gut vertsanden, ich war froh, mit ihr mitfahen zu koenne weil ich mit einer organisierten tour bestimmt nicht so glucklich geworden waere.

Und jetzt bin ich, nachdem mich ein flughafenangestellter in seinem auto mit zurueck in die halbwege zivilisation genommen hat, wieder in alice und glaube, dass ich hier auch erstmal eine woche bleiben moechte…..

Liebe gruesse…..

In den fuenfzigern zog eine freundin catherins mit ihrer noch jungen familie in ein haus neben einem unbebauten grundstueck.eines tages kamen bauarbeiter und begannen dort zu bauen. Catherins freundin hatte eine dreijaehrige tochter, die sich natuerlich fuer all den betrieb nebenan lebhaft interessierte.in einem fort lungerte sie am rande des grundstueckes herum, und die bauarbeiter adoptierten sie schliesslich als eine art maskottchen. Sie redeten mit ihr, uebertrugen ihr ihr kleinere aufgaben und ueberreichten ihr am wochenende eine kleine lohntuete mit eine glaenzenden halben krone.

Sie nahm sie mit nach hause und zeigte sie ihrer mutter, die, wie es sich gehoerte, bewundernde rufe ausstiess und ihr vorschlug, dass sie zusammen das geld am naechsten morgen zur bank bringen und auf ihr konto einzahlen wollten. Der kassierer in der bank war nicht minder beeindruckt und fragte das kleine maedchen, woher sie denn die lohntuete haette.

“ich habe diese woche ein haus gebaut”, erwiederte sie stolz.

“meine guete!”, sagte der kassierer. “und baust du naechste woche noch eins?”

“klar mann, wenn wir bis dahin die scheissziegelsteine kriegen”, antwortete das kleine maedchen.

 

Bill Bryson, fruehstueck mit kaengurus

ein kleiner ausschnitt aus dem buch was ich gerade lese. ich habe mich koestlich amuesiert und hoffe, dass es vielleicht dem einen oder anderen ein kleines laecheln auf die lippen bringt!

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