hallo liebe leute und willkommen im neuen jahr!

zum verlauf von weihnachten und sylvester moechte ich mich hier nicht aeussern; es war sehr australisch:)  anstattdessen kann ich gleich zu sehr viel wichtigeren eireignissen kommen, wie zum beispiel die zweieinhalb wochen mit meiner grossen schwester an der ostkueste!

nach langem warten kam sie endlich samstag frueh morgen mit dem shuttlebus nach ewig langem flug vor unserem hostel an. natuerlich hatten wir davor telefoniert und ausgemacht wann und wie wir uns treffen, aber als sie dann auf einmal vor mir stand, schien das so unreal. auf einmal war da eine mir recht gut bekannte person in meinem neuen leben, die jetzt fuer zwei wochen daran ganz nah teil haben wuerde. es wurde spannend…

nach zwei tagen gutem und langem schlaf, entspannten besuchen in der stadt und gemuetlichem kalamarie essen, brachen wir endlich am montag auf mit unserem sehr speziellen camper. sehr speziell, da es ein wicked camper ist, ein multifunktionelles, extravagantes und altes leihauto, in dem wir auch schliefen. es erwies sich auf jedenfall fuer sehr nuetzlich, dass die gute julia eine ausbildung zur kfz-mechadronikerin macht, wir haben ihr wissen ueber autos das ein oder andere mal gebraucht… nun denn, die arme julia wurde auch glatt mal ins kalte wasser geschmissen, weil ich nicht fahren durfte (unter 21) und daher sie ranmusste. waehrend sie sich durch den wirren linksverkehr wurschtelte, fungierte ich als navigator. auf jeden fall ein gutes team, wir haben uns kein einziges mal verfahren in den zwei wochen!

unser erstes ziel war noosa heads, das als das st tropez australiens bekannte kleine staedtchen. wir hatten uns wohl zu viel oder einfach was anderes vorgestellt, am ende blieb es bei einem strandbesuch umringelt von menschenmassen und surfern; wir mussten hier weg… die nacht verbrachten wir in gympie.und man muss schon sagen, dass der campingplatz in gympie auf jedenfall speziell ist; diesen insider versteht jetzt allerdings nur die julia, deshalb bin ich wohl gezwungen, in den tiefen meiner verdraengten gedanken zu wuehlen, und versuchen, mich zu erinnern…komische menschen, verwirrte gestalten, es muss ein schrecklicher erster eindruck fuer die julia gewesen sein:) um es kurz zu machen; wir kamen spaet abends, brachen frueh morgens auf und waren auch froh darueber.

ueber die naechsten tage ist zu sagen, dass wir (aus meiner sicht zumindest:)) einen riesen spass hatten. julia brachte irgendwie ein kleines stuck zuhause mit in das ferne australien;gerueche, geschichten und redewendungen. wir haben uns manchmal gekringelt vor lachen… nun aber zu unserem programm: wir fuhren also insgesamt um die 1.300 km die ostakueste hoch, liessen uns dafuer fuenf tage zeit, besuchten hoehlen, berge, national parks, und kleine vergessene doerfer, in denen es guten eiscafe gab. und dann kam der regen. der julia laeuft wahrscheinlich ein kalter (vielleicht auch bischen nasser) schauer ueber den ruecken bei diesen worten, aber am ende ging alles gut…

wir hatten das aussergewoehnliche glueck, in einen zyklon zu geraten, der sich erstmal die naechsten fuenf tage gemaechlich zeit liess und sich kraeftig ausregnete. wir in unserem campervan fanden das wiederrum nicht allzu lustig, da wir nasse fuesse bekamen, und aber vor allem angst haben mussten um die strassen, auf denen wir geplant hatten uns zu bewegen. vor allem fing es grade an zu regnen, als wir in einem bushcamp waren, das sich mitten im regenwald befand und wie ein zoo ohne gitter war; gefuehrt von wazza, dem verrueckten alten. und das ist keine untertreibung. dauerbreit verkaufte er uns in seinem kleinen huettchen bei stroemendem regen eine 3-tage-3-naechte-segeltour auf der ise pearl und telefonierte in uebelstem australisch hoechst amuesiert mit seinen weit entfernten freunden vom hafen in airlie beach;und war stolz als er es geschafft hatte, uns unseren wunsch erfuellt zu haben. freudestrahlend uebergab er uns seine selbstgebastelte schatzkarte, unser weg zum glueck ( andere, konventionellere leute nennen es anzahlungsvertrag), den er auf eine alte, auseinandergerissene brottuete gezeichnet hatte.

das bushcamp an sich war abenteuerlich und wunderschoen… man konnte dort campen oder auch in auf stelzen stehenden huettchen uebernachten, in einer open- air kueche kochen, im fluss direkt nebendran schwimmen oder sich in der regenwalddusche saeubern. die dusche was an einer seite offen und man hatte so einen grossartigen blick in den regenwald.

ausserdem war in der naehe des bushcamps ein wasserfall, den wir nach gueten 1.5 stunden marsch huegelaufwaerts auch erreichten. ausgestattet mit dem von wazza empfohlenen salz gegen blutegel bahnten wir unseren weg durch den regenwald und ueberquerten den fluss, bis endlich die belohnung fuer die anstrengungen kam; fast an der hochtsen stelle des wasserfalls endete der weg und man konnte (mit etwas mut) in becken des flusses schwimmen.

leider verbrachten wir nur eine nacht in der obhut wazzas, auf jeden fall aber bleibt uns das bushcamp in guter erinnerung… weiter ging es dann nach airlie beach, wo wir ein paar tage warten mussten, bis unsere segeltour startete. nach einer woche in staendiger begleitung von bruce und otto (bruce, der sog. „brucehighway“ und otto das auto) wurden wir wieder einigermassen saessig und gaben das auto ab. die tage in airlie vertrieben wir uns mit souveniers kaufen, spaziergaengen und schlangen beobachten. wir waren in einem suessen hostel untergebracht, in dem sich immer acht leute ein kleines huettchen teilten und man sagen konnte:“willste mit in meine huette kommen?!“

weil die nachwehen des zyklons noch laenger andauerten wurde unsere tour um einen tag verschoben und wir konnten dann aber endlich am mittwoch in stroemendem regen in see stechen. man muss schon sagen, die ertsen stunden waren nicht sehr romantisch;es gab seekranke, die sich ueber bord ergaben (julia, sei mir nicht boes..:)), einen maechtigen seegang, viel wind, noch mehr regen und die ueblichen kennenlern gespraeche. das alles aber aenderte sich am abend, als sich die wogen geglaettet hatten und wir friedlich in einer kleinen bucht lagen, die nassen kittel ausziehen konnten, unser abendessen angelten und wir gluecklich feststellen konnten, dass wir uns genau fuer das richitge entschieden hatten. die ise pearl ist ein sehr altes segelboot (julia bitte hilf mir mit dem baujahr), das von unserem kaeptn sparrow persoenlich restauriert wurde. er und seine japanische partnerin machi leben nun auf dem boot und holen ab und zu, wenn sich genuegend leute finden, diese fuer drei tage auf ihr fahrendes zuhause und zeigen ihnen die 74-teilige inselgruppe, die whitsundays. vor allem aber verpflegen sie ihre gaeste nach bestem wissen und gewissen, was bedeutet, dass wir einfach eine gute zeit hatten. kosteliche speisen, immer tee und kaffe mit kecksen bereit, machis begleitender gesang zum radio, sparrow immer ein wenig zurueckhaltend aber doch manchmal einen fuer uns nicht ganz verstaendlichen witz zu preis gebend, und ein immer sauberes boot:)

unsere kleine crew bestand aus einem englischen paerchen, die mitte fuenfzig einfach beschlossen hatten, frueher in rente zu gehen und es ihren kindern nachzu machen und die welt zu bereisen; zum anderen waren noch zwei deutsche maedels mit dabei, studentinnen, die ihre semesterferien nutzten, australien zu erkunden und freunde zu besuchen. wir alle zusammen stellten eine bunte mischung dar, ws sich allerdings als perfekt herausstellte, da es zu guten gespraechen kam, es wurde viel gelacht und vor allem kam keine schlechte stimmung auf. in den drei tagen gingen wir zwei mal schnorcheln am graet barrier reef, das sich von mackay bis an die suedlichste spitze australiens zieht, und wunderschoene korallen und fische beherbergt. ausgestattet mit unseren aeussers sexy aussehenden tauchanzuegen und der schnorchel ausruestung sprangen wir alle wie die samse den ozean und gaben unser bestes, wie froesche auszusehen..

und natuerlich besuchten wir auch fast gottverlassenen straende, unter anderen aber auch den „white haeven beach“, der als der schoenste der welt gilt. wir allerdings sahen ihn nicht in seiner ganzen schoenheit, da das meer so viel wasser hatte, dass die ganzen sonst so weiss glaenzenden sandbaenke einfach ueberfluetet waren und nur ein streifen strand uebrigblieb.. aber was solls… dafuer sahen wir eine riesige wasserschildkroete, delphine, tausend fische und sternuebersaehte nachthimmel..

am ende der drei tage verabschiedeten wir uns mit schwerem herzen, obwohl wir die maedels leicht wiedersehen koennen, da zumindest eine in heilbronn studiert und wohnt.

ja, das war wiedermal eine lange geschichte, aber eine froehliche. jetzt ist die julia wieder zuhause, nachdem wir einen flug zurueck nach brisbane nahmen und nach einer nacht im fuer mich doch recht luxurioesen motel abschied nahmen. ich blieb noch zwei tage in brisbane und machte mich dann aber, mit hummeln im hintern, auf den weg die kueste runter, in das hippie dorf byron bay, weil ich hier wiedereinmal die steffi treffe.. und jetzt muss die arme warten bis ich diesen elend langen artikel endlich zu ende geschrieben hab, aber zum glueck aheb wir eine ganze woche zusammen!:)

ich berichte bald wieder, ahoi!!